
- Geschichte
- Übungsziele
Geschichte
“Tai-Chi” bedeutet “großer Balken”. In der alten chinesischen Vorstellung ist damit der große Mittelpfeiler gemeint, der tief in die Erde hinabreicht und hoch aufgerichtet die Himmelskuppel wie ein Hausdach trägt.
Grundlage ist die daoistische (auch taoistische) Lehre von den universalen Kräften Yin und Yang, die als sich ergänzende Gegensätze die ganze Natur prägen. Um innere Ruhe und gedankliche Leere (Yin) zu erreichen, bedienten sich daoistische Mönche der bewußten Steuerung von Atem und Bewegung (Yang). Ihr Ziel war es, so zu einer Harmonie von Körper, Geist und Seele zu gelangen, die Gesundheit zu erhalten und ein langes Leben zu erreichen. Aus diesen Übungen entwickelte sich das Tai-Chi.
Entspannende Bewegungsübungen sind ein wichtiger Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Sie sollen die Lebensenergie stärken und die Körperkräfte harmonisieren. Neben dem Tai-Chi ist in Deutschland vor allem das Qigong bekannt. Tai-Chi basiert ausschließlich auf Bewegungsübungen wohingegen Qigong auch Ruheübungen beinhaltet.
Das sind die Übungsziele des Tai-Chi:
- vollständige Körperbeherrschung
- fließende, natürliche Bewegungen
- Entspannung
- innere Harmonie
Die Wirkung von Tai-Chi läßt sich nicht nur diffus mit einem besser fließenden Qi (Lebensenergie) beschreiben, auch die westliche Medizin ist heute vom gesundheitlichen Nutzen der weichen und fließenden Bewegungen überzeugt:
- Regelmäßiges üben stärkt den Kreislauf und löst Muskelverspannungen
- Rückenschmerzen bessern sich, weil der Praktizierende eine gesündere Körperhaltung mit aufrechter Wirbelsäule einnimmt
- Tai-Chi trainiert auf sanfte Weise Muskeln und Gelenke, ohne sie durch schnelle Bewegungen zu belasten
- Durch eine tiefe Bauchatmung nimmt der Körper mehr Sauerstoff auf und gibt mehr Kohlendioxid ab
- Die meditativen Elemente der ruhigen Übungen stabilisieren das vegetative Nervensystem
Tai-Chi dient der Körpererfahrung. Durch die Wahrnehmung des eigenen Körpers werden Haltungsfehler, die oft zu Verspannungen und Schmerzen (z. B. Kopfschmerzen) führen, erkannt und korrigiert.
Die Übungen kräftigen die Rückenmuskulatur und entlasten die Wirbelsäule. Das ist besonders vorteilhaft für Menschen mit Bandscheibenproblemen und für Menschen, die vorwiegend im Sitzen arbeiten müssen.
Beim Tai-Chi wird eine tiefe Bauchatmung geübt. Das wirkt sich positiv auf den Kreislauf aus. Die harmonischen Bewegungen haben eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem. Viele Übende fühlen sich dadurch ausgeglichener und weniger reizbar.
Tai-Chi eignet sich sehr gut zur Entspannung und Erholung, beispielsweise nach einem stressigen Arbeitstag oder um seine innere Ruhe auf Dauer wiederzugewinnen oder zu erhalten. Außerdem stärkt es Muskeln und Gelenke.
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